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  • AutorenbildDomenico Squillacioti

HEUTE VOR 31 JAHREN"STRAGE DI CAPACI"


Der 23. Mai ist Italiens 9/11. Denn jeder in Italien weiß, wo er heute vor 31 Jahren war, damals, als die Bombe unter der Autobahn auf Sizilien explodierte und Giovanni Falcone, den größten Mafia-Jäger der Geschichte, in den Tod riss. Jeder, der am 23. Mai 1992 in Italien lebte, weiß heute noch, wo er war und was er machte, als ihn die Bilder erreichten: Damals, an diesem schwülen Frühsommerabend, als um 17.56 Uhr unter der Autobahn Palermo-Trapani, kurz vor der Ausfahrt Capaci, versteckt in einem Abflussrohr 500 Kilogramm Sprengstoff per Fernzündung detonierten. Die Landschaft zerbombt, Autowracks, aufgeplatzte rote Erde, die sich wie Blut über verbogene Leitplanken und Asphaltbrocken verteilt hatte. An diesem Samstagabend starben auf der A29 auf Sizilien fünf Menschen. Einer der Toten trug den Namen Giovanni Falcone. Falcone war 53, Richter, Ermittler, der größte Mafia-Jäger der italienischen Geschichte. Noch heute wünscht sich Giuseppe Costanza manchmal, er wäre damals an Falcones Stelle gestorben. Costanza saß in einem der drei Wagen, die die Mafia von der Autobahn bombte. Nicht im ersten der Eskorte, dem braunen Fiat Croma mit drei Leibwächtern an Bord – alle Insassen starben. Nicht im letzten, dem blauen Fiat Croma, mit drei weiteren Beschützern – sie überlebten. Costanza saß im zweiten Wagen, er saß dort auf der Rückbank. Falcone selbst hatte seinen langjährigen Chauffeur dorthin beordert, nachdem ihn dieser gegen 17.45 Uhr am Flughafen Punta Raisi abgeholt hatte. "Seiner Frau wurde im Auto schnell schlecht, deshalb fuhr er, und sie setzte sich auf den Beifahrersitz", erzählte Costanza 2012 Spiegel Online. Falcone und seine Frau wollten zu ihrem Wochenendhaus nahe Palermo. Sie kamen nie an. Nur eine Person aus Wagen 2 überlebte den Anschlag auf der A29: Giuseppe Costanza. Jahrzehnte nach dem Attentat sagte er dem Spiegel: Wäre Falcone nicht gestorben, Italien wäre ein anderes Land. "Dottor Falcone hätte es geschafft, die Cosa Nostra zu zerschlagen."

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